Die Trump-Spar-Taktik (Oder: Wie wir wegen 170 Dollar das System gedribbelt haben)
- Tobi

- 6. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Aug.
September 2026
Wir feilen jetzt seit geschlagenen zwei Jahren an unserem Masterplan für die – vorerst – letzte USA-Reise. Ob es 2026 oder 2027 werden sollte? Keine Ahnung, wir waren völlig unentschlossen.
Doch dann kam Donald Trump und hat uns die Entscheidung dankenswerterweise abgenommen.
Warum? Weil er den Preis für den Annual Pass (Nationalparkkarte) für Nicht-Amerikaner mal eben von schlanken 80 $ auf heftige 250 $ hochgeschraubt hat.
Klar, die Natur drüben ist geil und das Geld eigentlich wert – aber ... Wir sparen, wo wir können! Da das Ding ab Kaufdatum ein Jahr gültig ist, schlug mein innerer Sparfuchs im Dezember 2025 eiskalt zu: Pass noch schnell für 80 $ geschossen. Mathematische und logische Konsequenz: Das Ticket läuft bis Dezember 2026, also müssen wir im September in die USA rüber. Man wird ja quasi vom Schicksal (und Donald) gezwungen!
Es ist übrigens unser 5. Mal in den Staaten. Das sagt eigentlich alles über unsere gesunde Sucht aus. Diesmal schnappen wir uns wieder einen Camper und brettern von San Francisco hoch nach Seattle. Natur, Nationalparks und jede Menge Bäume – genau unser Ding.
Der Holzklasse-Schock und das Amex-Wunder von Berlin
Bevor wir Bären jagen können, brauchen wir Flüge. Und weil Berlin flugtechnisch immer noch wie ein gallisches Dorf abgeschnitten ist und keine Direktflüge anbietet, hieß es wieder: Umsteigen.
Lufthansa? Immer die aller Letzte Wahl. Sorry, Frankfurt, dein Flughafen ist super, aber der Lufthansa-Service ist... nun ja, ausbaufähig. Also blieben Delta und British Airways (BA) in der engeren Auswahl.
In der „Holzklasse“ (Economy) kostete der Spaß für uns beide entspannte 2.000 €. Völlig okay. Aber hey, bei elf Stunden Flugzeit will man die Knie nicht am Kinn haben. Also: Flugsuche auf Premium Economy umgestellt. Und zack – Schockstarre! Die Fluggesellschaften wollten utopische Summen. SAS verlangte schlanke 4.800 €.
Für die Differenz von 2.800 € sitze ich im Zweifel auch elf Stunden lang auf einer umgedrehten Cola-Kiste und lass mir die Knie massieren!
Doch dann zog ich meine absolute Geheimwaffe: Die Amex Platinum. (Ich liebe diese Karte von Tag zu Tag mehr, kein Scherz!).
Ein Klick in das Amex-Reiseportal öffnete das Tor zum Spar-Paradies:
Air France direkt: 5.455,38 €
Über das Amex-Portal: 2.768,02 €
Bitte was?! Fast die Hälfte billiger! Am Ende haben wir British Airways genommen und gerade mal 128 € mehr bezahlt, als wenn wir die Holzklasse direkt bei BA gebucht hätten. Ein absoluter Systemfehler! Jule hat die ganze Zeit hysterisch nach dem Haken gesucht („Gleich stornieren die das!“). Erst als die Bestätigungsmail eintrudelte, wich der pure Unglaube der nackten Freude.
Das Koffer-Gepäck-Monopoly und der Panikanfall im Oberdeck
Die Premium Economy bringt einen weiteren genialen Spar-Move mit sich: 2x 23 kg Gepäck pro Person. Da wir mit dem Camper unterwegs sind, bedeutet das: Wir packen einfach unser eigenes Geschirr, Handtücher und das Bettzeug von zu Hause ein! Zack, wieder 400 bis 500 € gespart, die uns der Camper-Vermieter für das „Haushalts-Kit“ abgeknöpft hätte. Wir fliegen rein rechnerisch also mit einem dicken Plus in die USA. Und die drei Stunden Aufenthalt in London verbringen wir dank Amex sowieso Champagner-schlürfend in der Lounge.
Völlig euphorisch wollte ich dann die Sitzplätze reservieren. Flug London nach San Francisco. Verfügbare Reihen: 61 bis 67.
Kurzer Herzstillstand. Sitzen wir in der Premium-Klasse jetzt ganz hinten neben den Klos oder was?!
Frustriert verschob ich das Drama auf den nächsten Tag und buchte erst mal den Rückflug von Seattle nach Helsinki. Reihe 23 K/L – niemand hinter uns, absolute Beinfreiheit, Jackpot.
Am nächsten Morgen tippte ich mit zitternden Fingern die BA-Seite an. Immer noch Reihe 61+. Google angeschmissen, Flugzeugtyp gecheckt: Airbus A380-800. Ein verdammter Jumbo-Jet! Und bei dem liegt die Premium Economy im Oberdeck. Wir fliegen im zweiten Stock, Baby!
Ich war so aus dem Häuschen, dass ich sofort Jule aus dem Tiefschlaf gerissen habe. Jule fand die Info morgens um sechs mäßig spannend und drehte sich wieder um (unvorstellbar)
Das Camper-Schachspiel und der 56-Euro-Avis-Sieg
Wir landen wertvoll am Freitagnachmittag. Den Camper gibt's erst Samstag. Sonntag und Montag? Haben die Vermieter zu. Drei Tage mit dem Auto in San Francisco wollten wir jetzt auch nicht totschlagen. Also der klassische Move: Erst Mietwagen, dann Camper.
Die Camper-Preise sind zwar teurer geworden (ich vergaß kurz die verflixte Einweggebühr), aber nach intensiver Recherche haben wir Cruise America links liegen gelassen.
El Monte RV bot neun Monate im Voraus einen gigantischen Frühbucherrabatt plus Langzeitermäßigung für unsere 20 Tage. Ersparnis: 792 €. Sofort gebucht, bevor es sich jemand anders überlegt!
Fehlt noch das Auto für den Freitag und Samstag.
Budget und Avis wollten beide 136 € haben.
Doch dann machte es bei mir wieder „Klick“ – ich habe doch die Amex Platinum! Eingeloggt, Avis-Vorteile aktiviert und... 56 € bezahlt.
Noch mal 80 € gespart! (Ich will ja keine Werbung machen, aber wer die Karte auch will: Ich kenne da jemanden ;).
Die Avis-Station ist genialerweise auch nur sechs Minuten von der Camper-Übergabe entfernt.
Für den Rückweg in Seattle von der Station zum Flughafen (fünf Kilometer) habe ich uns über Sixt Ride direkt einen kostenlosen Transfer gebucht. Dreimal dürft ihr raten, über welche Karte.
Das Parkplatz-Drama in San Francisco und das gähnende Loch der Freizeit
Letzte Hürde: Ein Hotel in San Francisco. Meine Kriterien waren denkbar simpel:
1. In der Nähe vom Pier 39.
2. Kostenloser Parkplatz vor der Tür.
Booking spuckte tolle Hotels aus. Doch wirft man einen Blick in die Bewertungen, liest man das Grauen: „Parkplatzgebühr: 70 $ pro Nacht.“ Für das Geld schläft mein Auto normalerweise in einer Suite! Am Ende wurden wir in Chinatown fündig – die einzige Unterkunft, die das Budget nicht für das bloße Abstellen des Autos auffrisst.
Da die Route ohnehin seit einem Jahr feststeht, konnte ich hinter dieses Mammutprojekt einen fetten, goldenen Haken setzen.
Fazit: Es ist der 5. Januar 2026. Ich bin mit der kompletten Urlaubsplanung für das gesamte Jahr fertig. Und jetzt sitze ich hier und frage mich ernsthaft:
Was zur Hölle mache ich jetzt eigentlich mit dem Rest meiner Freizeit?!

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