Tag 12 - Halbzeit
- Tobi

- 12. Okt. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Montag, der 1. Dezember 2025
Die Hälfte unserer Reise haben wir nun schon geschafft. Bis jetzt ist alles traumhaft schön und wir hoffen, es wird genau so weiter gehen.
Doch ein Blick auf meine Exceltabelle zeigt, dass ich ein Nationalpark angegeben haben, mit zwei Fragezeichen und in Klammern "Wetter" steht.
Ein Blick nach Hause, sagt mir auch schon warum. Wir schlafen nämlich direkt am Nationalpark Vulkan Arenal. Dieser ist nicht so oft zu sehen und wenn kein gutes Wetter ist, lohnt sich dieser Park leider auch nicht.
So entscheiden wir uns, dass wir ihn heute nicht besuchen werden und anstelle uns einfach treiben lassen.
Die Vögel zwitschern schon wie verrückt und wir freuen uns sehr auf unser Frühstück, denn dort werden sie gefüttert und man kann sie super beobachten.
Wir bekommen auch noch genau den Platz an der Fütterungsstelle und sind begeistert.
Das Essen ist ein klein wenig anders als sonst, es gibt diesmal eine Wurst dazu und der Reis ist bis jetzt der Beste den wir zum Frühstück gegessen haben.


Doch wir kommen kaum zum Essen. Alle paar Minuten kommen andere Vögel und sie sehen so unfassbar schön aus.
Einfach nur Klasse. Knapp 45 Minuten saßen wir hier und guckten einfach dem Treiben zu.
Dann kamen aber immer mehr Leute zum Essen und wir wollten den Platz frei machen, damit andere auch diesen genießen können.
Auf unserer Terrasse präsentiert sich noch ein Tukan. So extrem nah und dann verspeist er noch eine Frucht. Wie toll ist das denn bitte?
Was für ein toller Abschluss für diese traumhafte Unterkunft.





Auch so wusste sie sehr zu gefallen und steigt damit auf Platz 1 der Unterkünfte in Costa Rica.
Nun heißt es Abschied nehmen und weiter geht es.
Da wir nicht in den Park reinfahren werden, wollen wir trotzdem an einem Punkt halten. Dort soll man bei jedem Wetter mindestens den See sehen können.
Als wir dort ankamen, sind schon paar Nasenbären auf dem Platz und es werden immer Mehr.
Fast jedes Auto was vorbei fährt wendet und guckt sich die lustigen Tiere an.
Der ganze Platz ist bald voll mit Menschen und Nasenbären. Es werden immer mehr und macht richtig spaß.
In La Fortuna besuchen wir noch zwei riesen Souvenir Shops. Sie haben viel zu bieten, aber so richtig springt uns nichts an. Schade. Wir haben noch kein Mitbringsel und das nach der Hälfte. Unfassbar.
Nun nehmen wir den Weg Richtung Unterkunft. Dieser soll über 2 Stunden dauern und führt nur über Berge und kleine Dörfchen.
Heute ist Müllabholtag und immer wieder fahren wir den Fahrzeugen hinterher.

Wir fragen uns, wann nun so ein Müllsack auf unser Auto fällt.
Die Mitarbeiter haben keine Handschuhe an und der oben auf dem LKW turnt ganze Zeit mit kurzer Hose zwischen den Säcken rum.
Haben wir das auch mal gesehen.
Danach fangen die Berge an und es geht sehr weit nach Oben, so das die Sicht durch die Wolken und dem Regen immer schlechter wird.
Ganz oben angekommen ist so ein heftiger Nebel, dass ich nicht mehr als 1 Meter Sicht habe. Bergauf, dann Tiere und noch die Fahrzeuge, wovon 30 % ohne Licht fahren. 20 Minuten geht das so (gefühlt 3 Stunden) und ist höllisch anstrengend. Mehr als 10 km/h sind einfach nicht drin.
Die Sicht wird dann aber endlich wieder normal und man kann wieder super fahren.
Doch dann kommt der dollste Platzregen, den wir in diesem Land hatten.
Die Straßen sind schnell überflutet und der Verkehr kommt mehr oder weniger zum erliegen. Erinnert uns an Miami.
Zum Glück ist neben uns ein Maxi Pali und wir wollten sowieso einkaufen gehen. Das passt ja perfekt.
Diese Idee haben jetzt aber viele und Fußgänger suchen hier einfach nur Schutz.
Wir schlendern rum und brauchen bald einen Korb. Den Kaffee, den wovon Jule unbedingt 4 KG mitnehmen möchte, ist gerade im Angebot.
Also decken wir uns mit insgesamt 5 KG ein und noch paar andere Sachen, z.B. Palmenherzen, die wir bald mal pur essen wollen.
Als wir wieder draußen sind, ist es so, als ob gar nichts passiert ist. Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint uns ins Gesicht und das Wasser ist von den Straßen auch schon weg.
Perfekt, dann kann es ja weiter gehen.
Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir die Ortschaft Sarchisená. Was für ein toller Ort und vor der Kirche (dem Wahrzeichen der Stadt) sind viele Streetfoodstände. Genial, haben diese mir bis jetzt gefehlt.
Also schnell links abbiegen und parken.
Ich komme aus dem schwärmen nicht mehr raus. Alles sieht so gut aus und es riecht himmlisch. Das ist ja genau meins und ich liebe es.
Die Verkäufer sind alle so nett und strahlen pure Lebensfreude aus.
Sie wollen uns alles einzelne erklären, doch ohne Englisch wird es schwer. Mir egal, ich bestelle einfach das mit den Blättern. Hauptsache ohne Fisch, der Rest ist mir egal.




Das Gericht heißt: Lo Mai Gai. Es besteht aus Klebereis, Hühnchen (richtig zart und lecker), Pilzen und noch ein bisschen Gemüse. Eingewickelt wird es in einem Lotusblatt und dann gedämpft.
Es schmeckt genial und das wird auch das erste Gericht werden, welches wir zu Hause versuchen nachzukochen bzw. dämpfen.
Zum Mitnehmen bestellen wir noch von allem etwas.
Als wir die Lo Mai Gai gegessen haben, steigen auf einmal zwei Polizisten aus und steuern auf uns zu.
Haben wir falsch geparkt oder irgendwas gemacht, was wir nicht wussten?
Polizist: "Hello, is the eat fine?"
Verwirrt:" Yes, very good."
Polizist: "perfect, welcome to Costa Rica, the best country ever"
"Have a nice Trip"
Wir erwidern: " Thank you very much"
Dann gehen sie auch wieder. Ja, kann man auch so erleben, warum auch nicht. Wenn sonst nicht viel los ist.
Wir laufen nun zurück zum Auto und entdecken noch eine Bäckerei. Mit dem Eintreten tanzen unsere Sinne Walzer. WOW riecht das hier unfassbar gut.
Hier wird also noch selbst gebacken und man kann sogar zugucken wenn man möchte. Traumhaft. Wieder werden wir sehr freundlich in Empfang genommen und uns wird alles gezeigt. Als ob sie richtig froh sind, dass hier Touris reinkommen.
Wer einmal in Costa Rica sein sollte, muss diese kleine Stadt und besonders die Bäckerei angucken.
Jule holt sich zwei Donuts und ein Stück von einer Schokotorte.
Das war mit den Vögeln von heute früh unser Highlight des Tages.
Heute mal nicht viel wandern gewesen oder sowas in der Art, aber trotzdem sehr faszinierend der Tag, der in Erinnerung bleiben wird.
15:30 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft und sind begeistert. Eine Holzhütte mit zwei Terrassen, eine kleine gemütliche Wohnküche mit Kamin, ein bequemes Bett, wo direkt daneben eine große Badewanne und im Badezimmer eine tolle Dusche mit super druck ist.
Hier haben wir 4 Nächte und können uns ein bisschen breiter machen als sonst.
Wir laufen noch das Areal lang und stellen fest, dass 16°C mittlerweile als sehr frisch vorkommen. Für Jule schon Pullover Zeit.




Gegen 18 Uhr kommt der Kaminanzündservice vorbei und heizt unsere Hütte ein. Toller Service und Jule gönnt sich ein Kaffee. Diesen brauen wir nach Costa Ricanischer Tradion.
Ein toller Abschluss von einem, wieder Mal, extrem tollen Tag.
Gefahrene Kilometer: 178













































































































































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