Tag 18- Abschied und Rückreise Teil 1
- Tobi

- vor 22 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Donnerstag der 26. März 2026
Bevor ich unseren letzten Tag beschreibe, kommt ein ganz besonderer Service vor. Dieser Schildert nämlich unseren Tagesablauf ganz genau und so macht es auch Sinn, warum wir diese Orte so besucht haben.
Zum Abschluss wollen wir heute fein essen gehen und dazu gehört natürlich noch einmal Ente.
Aber nicht irgendeine. Wir suchen sie uns selber aus und sind dann bei der Verarbeitung dabei und dürfen diese Abends essen.



Der letzte Tag hat immer so ein komischen Beigeschmack an sich. Wir könnten hier noch so viel erleben und machen, doch hängt uns die Uhr auch im Nacken. Daher entscheiden wir uns für ein paar Märkte, das angucken der Altstadt und später natürlich das Essen.
Dazu muss ich noch jemanden erwähnen, der diesmal nicht einmal in den Berichten beachtet worden ist (Schande über mich). Petrus mein Bester. Wieder einmal vielen Dank, dass du uns wieder traumhaftes Wetter beschert hast. Besonders in Hanoi und Peking hatten wir - dank dir - super Wetter. Diese beiden Städte haben auch gerade den Wechsel vom Winter zum Frühling hinter sich.
Heute ist ausschlafen angesagt. Wir haben ja viel Zeit.
Zum Frühstück zwingen wir uns runter und es ist mal wieder überhaupt nicht lecker. Außer die Erdbeeren. Die waren super lecker.

Danach bestellen wir uns ein Didi und fahren zum Yuegezhuang Wholesale Market. Dieser ist fast am Ende der Stadt und die Fahrt nimmt gefühlt kein Ende. Was macht man nicht alles, um sich seine Ente auszusuchen.

Zuerst laufen wir aber durch den Fischmarkt. Hier gibt es Sorten, die wir noch nie im Verkauf gesehen haben bzw. wussten, dass solche Fische existieren.
Schon richtig stark was hier los ist und das mit einer Hygiene die wir die letzten Wochen nicht gesehen haben.
Neben uns sind ausgeweidete, Kopf- und Haut-Lose Frösche in einer Box. Irgendwie schafft es ein Körper daraus zu fliehen und liegt ein paar Sekunden später nur zwei Meter vor unseren Füßen.
So habe ich Jule noch nie schreien gehört und sie möchte nicht mehr. Es bewegen sich sogar noch ein paar andere Körper, doch haben die nicht so viel Kraft wie der davor. Ich will näher ran und es filmen, doch darf ich nicht.
Etwas weiter sind die lebendigen Frösche. Eine Frau nimmt eiskalt einen nach dem Anderen. Schneidet mit einer Schere deren Kopf ab, nimmt die Innereien raus und zieht die Haut ab. Das innerhalb von 12 Sekunden. Danach wird der Frosch in die besagte Box geschmissen.
Sensibel darf man hier nicht sein.
Wir laufen in der Halle weiter, doch Jule ist es zu viel. Nicht nur der Geruch, sondern weil alle paar Schritte irgendein Frosch, ein Fisch oder Krebs vor unseren Füßen versuchen die Flucht zu ergreifen.
Ich kann nicht anders und bin fasziniert von sowas. Wann sieht man das in Deutschland?
Wir verlassen leider diese Halle und landen sofort in der Nächsten. Hier ist der Fleischmarkt.
Hauptsächlich wird hier Schwein geschlachtet. Doch die Qualität des Fleisches sieht super aus.
Es geht hier Schlag auf Schlag.
Gewürze, Geflügel und Fleisch kommen noch in einem Markt zusammen. Es riecht so genial.
Ein toller Ort. So einen wünsche ich mir in Berlin auch.
Jule möchte jetzt aber keine toten Tiere mehr sehen und nachdem wir unsere Ente ausgesucht haben, machen wir weiter zum nächsten Markt.
Diesmal ist es ein Tee Markt und hier hoffen wir - oh wunder - noch guten Tee, preiswert zu erwerben.
Wieder holen wir uns ein Didi für die 8 Kilometer und sind dann vor dem riesen Gebäude. Ganze 7 Etagen hat der Markt. Außer Tee werden nur Sachen mit dem Inhalt Tee verkauft. Tee, Teerosen, Teekannen und Teetassen. Es ist schon gigantisch und ganz oben gibt es noch ein Teemuseum.
Leider ist hier eher alles für die Abpackung in kleine Tüten oder für Großabnehmer gedacht.
Doch neben diesem riesen Gebäude gibt es kleinere Teegeschäfte und hier können wir super Tee für einen guten Preis erwerben. Wir entscheiden uns für weißen Tee und einen Jasmin Oolong Tee.
Nun haben wir aber genug von Märkten und wollen noch den Yuyuantan Park besuchen.
Dieser ist weitere 6 Kilometer von uns entfernt (wir nähren uns langsam wieder Richtung Innenstadt) und laut Internet sollen die Bäume langsam anfangen zu blühen.
Für 10 CYN/Person kaufen wir uns die Tickets und gehen rein. Es ist brechend voll.
Doch die tollen Blüten, das lustige drumherum und das gute Essen lassen die Menschen vergessen.
Wir haben viel zu lachen und freuen uns. Lag vielleicht auch daran, dass Jule einfach 3 Chinesen mit dem Kontrabass in den See geschupst hat.
Jule hat anscheinend schlechte Laune und ich hole uns Eis.


Der Park weiß sehr zu gefallen und wir verbringen hier zwei Stunden.
Jetzt haben wir uns aber ein Kaltgetränk verdient. Und wo kann man dieses besser genießen als auf den Dächern der Altstadt?
Genau. Wir suchen unsere Rooftopbar vom letzten mal auf und finden wieder gefallen an den tollen Gassen.
Das Litschi Bier bekam Jule anscheinend nicht so gut und sie möchte mit der Bahn zu unserem nächsten Ziel fahren. In einer 21 Millionen Einwohner Stadt Bahn fahren. Davon habe ich schon immer geträumt.
Nachdem wir gefühlte 5 Kilometer unter der Erde gefahren sind, dürfen wir noch eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen über uns ergehen lassen und dürfen danach die Tickets kaufen.
Barzahlung geht nicht, ohne das ich meinen Reisepass einscanne. Ja ne, ist klar. Also über die App. Dort sind immerhin nicht meine Reisepassdaten hinterlegt.
Die Bahn lässt nicht lange auf sich warten und wir dürfen uns in ein übervolles Abteil reinquetschen. Zum Glück fahren wir nur drei Stationen.
Beim Aussteigen zeigt sich das ganze Benehmen der Chinesen. Nicht erst aussteigen lassen, sondern sofort reinstürmen, als gebe es nur noch diesen einen Zug und es dürfen max. 10 Leute mitfahren.
Aber nicht mit mir und ich stelle mich so doof hin, dass sie mich alle anrempeln müssen. Doch dafür sind die Chinesen doch zu freundlich oder ängstlich und warten ungeduldig, bis wir weg sind.

Beim aussteigen, denke ich mir, dass es ein cleverer Hinterhalt von Jule war.
Wie sonst steigen wir zufällig genau vor dem größten Legoladens Asiens aus?




"Leider" stellt die Jule fest, dass die Preise um 10 bis 25 % teurer sind als bei uns. Schade...
Nun kommen wir an den Lama Tempel vorbei (drin ist wieder die Hölle los) und laufen Richtung zu unserem Edelrestaurant.




Am Lokal angekommen, sieht es nicht wirklich einladend aus.


Wir haben aber Glück und der Besitzer und seine Dolmetscherin stehen schon parat und dachten schon, dass wir die falsche Adresse nehmen.
Hier ist die Neue:

Doch nach ein paar Minuten mit meinem Handy, kann ich ein Didi zu der richtigen Adresse bestellen und siehe da: Es ist offen und macht einen super Eindruck.
Wir werden auch gleich nett empfangen und unsere Ente ist in 20 Minuten fertig.
Uns wird noch eine Sauer- Scharf Suppe aufgedrängt. Da Jule diese in China unbedingt einmal probieren wollte, passt es ja perfekt.
Neben uns sitzt ein Touri-Pärchen, welches die ersten Stunden in China sind und sie bestellen 5 Sachen von der Speisekarte.


Das aber ein Gericht schon für zwei Leute ist, haben sie nicht dabei bedacht und machen riesen Augen (nichts gegen die Asiaten) und bieten uns was von ihrem Essen an. Wir lachen dankend ab und meinten, wir bekommen wahrscheinlich selber gleich Essen für vier Leute.
Sie schnaufen und lernen die erste Regel in China. Es ist unhöflich aufzuessen. Es ist eigentlich nicht unhöflich, es ist einfach nicht machbar.
Nun kommt die Stunde der Wahrheit. Zuerst gibt es leckeren, frischen Knoblauch zum naschen mit Sojasoße, dann die 1,5 Liter Suppe und natürlich eine ganze Pekingente.




Die Suppe war sehr scharf und nicht mal ansatzweise wie die in Deutschland beim Chinesen, aber super lecker.
Und nun unsere ausgesuchte Ente? Die beste Ente die wir je gegessen haben. Ein wahrer Traum und doch viel zu viel.
Das ganze Essen, mit einem großen Bier, einem Liter Tee und eine Cola haben gerade einmal 14,29 € gekostet (Wahnsinn).
Mit diesem Erlebnis endet der erste Teil unseres Abschiedes und der Rückreise.











































































































































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