Uganda - die Perle Afrikas
- Tobi

- 31. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Aug.
Januar 2027
Juli 2026. Es ist Hochsommer. Die Menschheit tut das, was zivilisierte Wesen im Juli eben tun: Sie springen grazil in Pools, brutzeln am Strand oder schlürfen Cocktails im Jahresurlaub.
Und was mache ich? Ich entscheide mich spontan für einen gepflegten Bandscheibenvorfall. Weil Gartenarbeit ohnehin überbewertet wird, liege ich also wie eine verendende Seekuh auf der Terrasse und starre Löcher in die Luft. Vor lauter chronischer Langeweile schleppe ich irgendwann meinen Laptop nach draußen. Mein Plan? Die ultimative Flucht nach vorn. Wenn ich mich jetzt schon im Alltag nicht schmerzfrei umdrehen kann, plane ich eben, wie ich mich nächstes Jahr im Dschungel im Kreis jage.
Die große Frage: Wohin, wann und wie lange?
Afrika und Südamerika stehen ganz oben auf der Liste. Da Südamerika aber nach einer epischen Drei-Wochen-Eskalation schreit, verschieben wir das dezent auf Ende 2027. Bleibt also Afrika für Januar/Februar.
In Südafrika waren wir schon. Namibia mit dem Wohnmobil klingt extrem sexy, aber ich will unbedingt zu den Victoria Falls in Simbabwe – und dafür sind zwei Wochen einfach zu knapp, es sei denn, wir rasen im Formel-1-Tempo durch die Wüste. Tansania fällt auch flach, weil Safaris in Eigenregie dort so kompliziert und teuer sind, dass man dafür eine Niere auf dem Schwarzmarkt anbieten müsste. Und Äthiopien? Die Danakil-Wüste steht erst wieder auf dem Plan, wenn man dort keine schwer bewaffnete Armee mehr braucht, um nicht als Souvenir geendet zu sein.
Übrig bleibt ein Land, das schon ewig auf meiner Bucketlist steht, bei dem der Name allein aber für dezente Schweißausbrüche sorgt:
Uganda. Ja, genau. Für jeden Tiernerd der absolute Endgegner. Warum? Weil man dort Berggorillas und Schimpansen in freier Wildbahn quasi beim Fremdgehen zusehen kann. Dazu kommen die Big Five – inklusive Löwen, die dort faul auf Bäumen herumlungern, weil ihnen der schnöde Savannenboden wohl zu Mainstream ist.
Ich denke mir „Ach, scheiß drauf, man lebt nur einmal“ und werfe Google an. Meine Begeisterung schießt schneller durch die Decke als mein Blutdruck beim Niesen. Ein waschechtes Offroad-Abenteuer mit Allradantrieb durch ein Land, das vom Massentourismus noch so weit entfernt ist wie ich von einer olympischen Goldmedaille im Turnen. Wie genial klingt das bitte?
Der Haken an der Sache: Ich muss das Projekt noch durch das heimische Liebes-Zollamt bringen.
Meine bessere – und in Sicherheitsfragen deutlich realistischere – Hälfte Jule kommt von der Arbeit nach Hause. Sie riecht den Braten natürlich sofort. Bevor ich überhaupt das Wort „Afrika“ fehlerfrei aussprechen kann, verlangt sie erst einmal nach einem Kaltgetränk, um die Nerven zu sedieren.
Ich präsentiere ihr ein paar spektakuläre Videos und erläutere meinen Masterplan. Erstaunlicherweise springt sie nicht schreiend im Kreis und brüllt: „Nimm mein Geld und buche sofort!“ Aber sie läuft auch nicht weg und packt ihre Koffer. Ein riesiger Erfolg! Ich habe die offizielle Lizenz zum Planen und darf ihr damit die nächsten Tage gehörig auf die Nerven gehen.
Als die unvermeidliche Frage nach der Sicherheit vor Ort kommt, glänze ich mit messerscharfer Diplomatie: „Das sehen wir dann, wenn wir da sind.“ Vielleicht nicht die Antwort, die man in einem seriösen Reisebüro hört, aber sie reicht aus. Jule zuckt mit den Achseln und gibt ihr Okay. Läuft bei uns.
Jetzt kommt der Teil, der mein inneres Planer-Nerd-Herz höher schlagen lässt: Die Logistik.
Reiseberichte über Uganda im Netz? Fehlanzeige. Dafür finde ich drei Agenturen, die Rundum-sorglos-Pakete anbieten. Natürlich ist mir deren Standard-Route viel zu langweilig. Ich frage trotzdem mal aus reinem Sadismus nach dem Preis für den Spaß. Das „beste“ Angebot: 4x4-Auto, Gorilla- und Schimpansen-Trekking, Unterkünfte und Flughafen-Abholung für schlappe 8.800 € für uns beide. Ohne Flüge. Ohne Nationalpark-Gebühren. Und die Route verändern? Gott bewahre, absolut unmöglich.
Mein innerer Sparfuchs erwacht: Das mache ich selber!
Das größte Problem: Ein Auto finden und die Trekking-Genehmigungen ergattern (die darf man als Normalsterblicher nämlich eigentlich gar nicht selbst buchen). Nach einer gefühlten Ewigkeit im Internet-Dschungel antwortet mir tatsächlich ein einziger Autoverleiher. Und die Kommunikation ist ein Traum: Vier Allrad-Monster zur Auswahl, Übergabe direkt am Flughafen, unbegrenzte Kilometer, Zusatzfahrer inklusive, null Selbstbeteiligung. Und der absolute Jackpot: Sie organisieren uns beide Trekking-Touren ohne Aufpreis. Läuft!
Der Rest ist Formsache. Dank Booking und dem Amex-Hotel-Portal klicke ich mich durch die Unterkünfte. Die Lodges, die dort nicht gelistet sind, wollen entweder astronomische Summen oder eine schriftliche Brieftauben-Anfrage. Aber am Ende steht die Route. Wir haben immer Frühstück, zweimal sogar Vollpension – und das alles zu einem epischen Durchschnittspreis von 47,85 € pro Nacht.
Jetzt fehlen nur noch die Flüge: Mit Qatar Airways geht es entspannt über Doha nach Entebbe.
Fazit: Der erste Urlaub für 2027 steht! Während mein Rücken sich langsam wieder einkriegt, steigt die Vorfreude auf ein echtes Abenteuer. Uganda, wir kommen – die Gorillas können schon mal das Bier kaltstellen!

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