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Tag 7 - Death Valley Nationalpark

vor 3 Tagen
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Donnerstag, der 10. September 2026

Der Wecker reißt uns aus dem Schlaf, aber das frühe Aufstehen fällt uns heute überraschend leicht. Warum? Weil wir genau wissen, welches Naturspektakel uns gleich erwartet.


Und, seien wir ehrlich: Weil wir genau wissen, dass das Death Valley in ein paar Stunden die Temperatur eines Umluftbackofens auf Höchststufe erreichen wird.


Ein kurzer Blick auf mein Handy zeigt: Das Display explodiert förmlich vor lauter Gratulationen! Ein riesiges Dankeschön an alle, die an mich gedacht haben.


Nach dem Duschen steht die große Camper-Routine an: Abwassertank leeren, Frischwasser bis zum Anschlag auffüllen. Damit haben wir für die nächsten Tage erst einmal unsere Ruhe und sind autark wie zwei Astronauten auf dem Mars.


Wir rollen im stockdunklen Death Valley los. Es dauert nicht lange, bis die Natur die Lightshow einschaltet: Die Bergspitzen fangen im ersten Tageslicht an zu glühen. Alleine dieser Anblick zieht einem die Schuhe aus! Die Flat Sand Dunes lassen wir diesmal rechts liegen – die hatten wir vor acht Jahren schon inspiziert, und wer eine Düne kennt, kennt sie (irgendwie) alle. Unser klares Ziel heute: Zabriskie Point.




Wir kommen an, und – BAM! – perfektes Timing! Die Sonne schiebt sich über den Horizont und taucht die Landschaft in ein magisches Licht. Dieser Ort fasziniert uns heute noch exakt genauso wie vor acht Jahren. Es ist ein verdammt cooles Gefühl, nach so langer Zeit wieder am exakt selben Fleck zu stehen und fast das identische Foto zu knipsen.


2026
2026
2018
2018

Diese Farben! Diese bizarren Rifflungen in den Felsen! Die ganze Kulisse wirkt wie von einem anderen Stern. Ein absoluter Traum.


Genau wegen Momenten wie diesem wollte ich unbedingt wieder hierher. Wenn ich das alles so sehe, juckt es mich direkt in den Fingern, den Trip von 2018 in zwei Jahren (2028) gleich noch mal zu wiederholen. Oder spätestens 2030, wenn der eine gewisse Typ im Weißen Haus hoffentlich endgültig Geschichte ist und nicht mehr an der Macht sitzt…

Wie bei den meisten Naturwundern gilt auch hier: Bilder sagen einfach mehr als tausend Worte. Nach einer Stunde verabschieden wir uns mit einem wehmütigen Seufzen und steuern das nächste Abenteuer an.



Über eine holprige Sandpiste rumpeln wir tiefer in die Einöde, bis wir vor den bizarren Salzstrukturen des Devil’s Golf Course stehen.


Hier draußen ist absolut niemand. Wir sind komplett alleine. Es ist so ohrenbetäubend leise, dass die Stille einem fast in den Ohren wehtut. Kein Windhauch, kein Vogel, nichts.


Klapper. Schepper. Rassel.


Doch auf einmal bricht im Camper der Lärm aus! Was zur Hölle ist das? Es poltert wild im Schrank. Fehlalarm, keine Geister: Es ist Flyspy. Er hat anscheinend gemerkt, wo wir sind, will unbedingt raus und sich von seiner besten Seite zeigen. Fast 40 Minuten lang lassen wir das kleine Flugobjekt durch die Wüstenluft jagen und spielen wie die Verrückten.


Hier gibt es keine Stromleitungen, keine Bäume und keine Menschen – der absolut perfekte Spielplatz für Drohnen-Piloten. Am Abend schauen wir uns die Videos an und was soll ich sagen? Sie sind genial geworden! Ich liebe Flyspy einfach.



Da unser XXL-Camper für den kurvigen Artist’s Drive leider eine Nummer zu fett ist, bleibt uns als großes Finale im Tal nur noch das legendäre Badwater Basin. Danach müssen wir hier schleunigst verschwinden – es wird schlichtweg zu heiß und für so ein großes Wohnmobil brandgefährlich.


Auch hier machen Jule und ich das "Damals-vs-Heute-Foto": 2026 vs. 2018.


Heute haben wir echtes Glück: Wir erwischen den Ort, als die Felswände noch riesige Schatten werfen. Vor acht Jahren herrschten hier unbarmherzige 48 Grad im Schatten – damals sind wir nach zwei Minuten fast geschmolzen und umgedreht. Heute dagegen können wir richtig weit auf das Salz hinauslaufen.


Fazit: Damals haben wir gar nicht so viel verpasst, der Anfang reicht völlig. Aber das Gefühl, auf dieser riesigen, weißen Salzpfanne zu spazieren und zu wissen, dass man sich 86 Meter UNTER dem Meeresspiegel befindet, ist einfach grandios. Ein tolles, selbstgemachtes Geburtstagsgeschenk! (Und zu Hause wartet dann hoffentlich der Grill auf mich)


2026
2026


2018
2018


Wir entscheiden uns für eine neue Route, die wir noch nie gefahren sind, und machen einen riesigen Bogen um das Death Valley. 60 Meilen (fast 100 Kilometer) absolute Einsamkeit. Uns kommt auf der gesamten Strecke ungelogen ein einziges Auto entgegen. Eigentlich die perfekte Kulisse für die "Follow-Me"-Funktion der Drohne, aber die Sonne brennt mittlerweile so unbarmherzig vom Himmel, dass die Technik wohl geschmolzen wäre. Trotzdem finden wir unterwegs noch ein schattiges Plätzchen für eine kleine Flugeinlage mit Flyspy.



Die Fahrt zieht wunderschön und tiefenentspannt an uns vorbei…


bis Jules Blick plötzlich auf die Tankanzeige fällt.


Schluck.


Der Zeiger kratzt gefährlich weit unten.


Jules Puls geht schlagartig nach oben. Ich versuche, die Ruhe selbst zu bleiben. Ich habe das schließlich alles haargenau kalkuliert!

Ich bin mir absolut sicher, dass wir es bis nach Nevada schaffen. Warum? Weil dort drüben die Spritpreise im Vergleich zum teuren Kalifornien ein absoluter Segen für den Geldbeutel sind

.

In Shoshone – dem allerletzten Außenposten auf kalifornischer Seite – fängt die Tankleuchte dann endgültig an, uns hämisch anzublinken.


Der Bordcomputer flüstert uns Restreichweite: 50 Meilen. Na herzlichen Glückwunsch. Zum Glück ist Pahrump in Nevada laut Navi nur noch 28 Meilen entfernt. Jules Schnappatmung legt sich langsam wieder, und mit den allerletzten Benzindämpfen rollen wir über die Grenze direkt auf die billigste Zapfsäule in Pahrump zu.


Warum wir dieses nervenaufreibende Benzin-Poker überhaupt gespielt haben? Die Preise sprechen Bände:


Shoshone (Kalifornien)
Shoshone (Kalifornien)
Pahrumb (Nevada)
Pahrumb (Nevada)

3,37 $ finde ich schon einen riesen unterschied, erst recht, wenn man komplett leer ist. Jule fragt mich, ob ich das wirklich so berechnet habe? Was soll man denn darauf bitte antworten? Wenn es gut geht: Na logisch, was für eine Frage.


Wäre es schief gegangen, hätte ich heute die Geburtstagskarte ausgespielt.

Beruhigt können wir jetzt bei Denny´s essen gehen. Wir hatten extra nur was kleines zum Frühstück gegessen, damit wir hier uns die Bäuche vollschlagen können.



Bevor das große Meilen-Schruppen auf dem Highway losgeht, stehen noch zwei skurrile Zwischenstopps an.


Erster Halt: Ein völlig abgedrehter Souvenirshop, der komplett im Alien- und UFO-Style dekoriert ist. Hier gibt es wirklich jeden kitschigen Blödsinn, den man sich vorstellen kann – ein absolutes Must-See! Dank der Schwiegermutter (vielen Dank!) verlasse ich den Laden stolz mit einem neuen Sweatshirt.



Zweiter Halt: Die Big Dunes. Wer hätte das gedacht – am Ende des Tages sehen wir also doch noch Sanddünen!


Ab jetzt heißt es: Tempomat rein, Kilometer fressen und Meter machen.


Wer jetzt denkt, so eine lange Fahrt durch die USA sei stinklangweilig und monoton, der war noch nie hier. Alle 20 Minuten verändert sich die Landschaft so krass, dass man glaubt, man sei in einem völlig anderen Land gelandet. Es ist so abwechslungsreich und wunderschön, dass wir theoretisch ewig weiterfahren könnten.




Doch als die Dunkelheit hereinbricht, sieht man nicht mehr viel. Genau 30 Minuten vor Sonnenuntergang erreichen wir unseren heutigen Schlafplatz: Direkt an einem idyllischen See, umrahmt von gewaltigen Bergen.



Und genau hier zieht Petrus noch mal alle Register und schenkt mir den wohl spektakulärsten Geburtstagssonnenuntergang meines Lebens!


Als die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, fangen die Wolken an, in einem unwirklichen, knalligen Pink zu leuchten. Das absolute Highlight: Das pinke Licht spiegelt sich eins zu eins auf der spiegelglatten Wasseroberfläche des Sees. Der gesamte Ort versinkt in einem rosa-pinken Traum. Ein unfassbares Phänomen!


Der einzige, klitzekleine Wehrmutstropfen? Eine Mückenplage der absoluten Sonderklasse, die uns sofort als Geburtstagssnack deklariert. Aber hey: Wer das Eine will (diesen Ausblick), muss das Andere (die Blutsauger) eben abkönnen!



Ein absolut grandioser Tag geht zu Ende. Die erste Woche unseres Roadtrips war schon jetzt der absolute Wahnsinn – und das Beste ist: Mindestens fünf weitere Nationalparks liegen noch vor uns! Das Abenteuer geht weiter!


Gefahrene Kilometer: 739

Davon Jule: 259





 
 
 

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