top of page

Tag 13 - Roadtrip = Freiheit

vor 1 Tag
11 Min. Lesezeit

Mittwoch, der 16. September 2026

Wir haben schon verdammt viele Länder dieser Erde gesehen. In jedem einzelnen galt die goldene Regel: Roadtrip! Für uns bedeutet das übersetzt: In einer fest begrenzten Zeit so unendlich viel wie möglich sehen und erleben – und das Ganze bitteschön ohne Stress. Wobei „ohne Stress“ natürlich absolute Ansichtssache ist. Wenn man um 5:35 Uhr morgens aus dem Bett fällt, würden manche Menschen das bereits als seelische Grausamkeit einstufen. Für uns ist es das pure Leben.


Normalerweise läuft das bei uns so: Kompakter Mietwagen, die Route steht bombenfest, die Hotels sind monatelang im Voraus durchgebucht. Das ist sicher, das ist strukturiert, das ist ein tolles Erlebnis. Aber mit einem Camper? Alter Schwede, mit einem Camper unterwegs zu sein, ist eine völlig andere Liga. Das bedeutet Freiheit. Genau deshalb sind die USA und Kanada unser absolutes Sehnsuchtsland. Zum vierten Mal tuckern wir jetzt schon mit so einer rollenden Eigentumswohnung durch die Gegend und hatten immer ein fantastisches Gefühl dabei. Aber dieser Urlaub? Dieser Urlaub schreit nicht nur nach Freiheit, er brüllt uns regelrecht an!

Warum? Keine Ahnung. Dieses Gefühl ist einfach da, tief im Bauch, mächtig und unaufhaltsam.


Und heute? Heute wird es am aller stärksten. Heute ist genau so ein Tag, an dem man irgendwie alles hinter sich lässt. Die Heimat, den Alltag, die Sorgen. Man hat nur noch einen einzigen Blick – und der geht stur nach vorne, direkt durch die riesige Windschutzscheibe in die Weite. Dieser Funke von grenzenloser Freiheit, von purer, ungezähmter Natur und diesem genialen „Wir machen das jetzt einfach so!“-Gefühl ist so stark, dass es fast im Hals kribbelt. Wir lieben es einfach.


Kennt ihr das, wenn ihr eigentlich schon einen absolut genialen Schlafplatz gefunden habt, euch anschaut und sagt: „Ach komm, da geht noch irgendwie was, es ist noch hell!“? Genau so läuft es. Und dann fährt man weiter und kommt an einem Platz an, der einem einfach eiskalt die Worte klaut. Man steht da, der Mund steht offen, aber es kommt kein Ton heraus. Sprachlos. Wir haben auf unseren Reisen wirklich schon so viel erlebt, so viel gesehen, dass wir dachten: Uns kann in Amerika absolut nichts mehr schocken. Wir sind abgehärtete Roadtrip-Profis. Und dann kommt dieser eine Ort. Ein winziger Punkt auf dieser riesigen Weltkarte, an dem normale Touristen für genau zwei Minuten anhalten, drei Alibi-Fotos schießen, den Motor wieder anlassen und weiterdüsen.


Und was machen wir? Wir bleiben. Wir schlafen einfach hier. In diesem Moment steht die Zeit still. Alle Nebengeräusche der Welt sind wie stummgeschaltet. Nur dieser eine Blick nach vorn. Und im Kopf die leise Hoffnung: Bitte, lass es genau so weitergehen.

Der Tag beginnt – und das jetzt mal so gar nicht gemütlich-roadtripmäßig – mit einem brutalen Wecker klingeln. 5:35 Uhr. Exakt meine fast normale Aufstehzeit für die Arbeit.


Der einzige, aber gewaltige Unterschied: Heute treibt mich der Ruf eines Nationalparks!


Unser Ziel: der majestätische Crater Lake Nationalpark. Wir wollen pünktlich zum Sonnenaufgang genau den grandiosen Aussichtspunkt ansteuern, den wir gestern schon ausgekundschaftet haben. Punkt 6:00 Uhr rollt der Camper auf den Parkplatz. Wir reißen voller Vorfreude die Tür auf, steigen aus – und laufen direkt vor eine Wand aus grauer, feuchter, dicker Nebelsuppe. Herzlichen Glückwunsch! Es fühlt sich exakt an wie ein ganz normaler, verregneter Sommermorgen in Mecklenburg. Es ist feucht, es ist stürmisch und es ist saukalt.


Die Wolken am Himmel sind nicht nur grau, sie sind tiefschwarz. Unsere Hoffnung auf einen fotogenen, farbenfrohen Sonnenaufgang sinkt schlagartig unter den Gefrierpunkt. Aber hey, wir sind mit dem Camper hier! Während die anderen Touristen in ihren normalen Autos sitzen, sich den Hintern abfrieren und mit klappernden Zähnen stur durch die Scheiben starren (das kennen wir nur zu gut, aber diesmal nicht), machen wir es uns erst mal gemütlich. Wir werfen den Kocher an und brühen uns ein dampfendes Heißgetränk auf. Durch das Fenster beobachten wir die herrlich neidischen Blicke der frierenden Menschheit da draußen. Ja, wir sitzen im Warmen und warten auf das, weswegen wir alle hier sind: die Sonne.


Um 6:50 Uhr hält uns nichts mehr im Camper. Wir packen uns dick ein und gehen vor zum Overlook. Und was soll man sagen? Wir haben verdammt noch mal Schwein! Der Sonnenaufgang gibt alles, mobilisiert seine letzten Kräfte und treibt tatsächlich einen kleinen Teil der fetten Wolkenwand weg. Die Sonne zeigt sich von ihrer absolut besten, goldenen Seite. Es ist ein epischer Anblick! Frierend stehen wir da und saugen absolut jeden einzelnen Moment in uns auf. Es fühlt sich an wie damals in Grönland, als wir bei den Polarlichtern standen und uns vor Kälte quasi die Hände abgefallen sind. Aber für so ein Naturschauspiel bezahlt man den Preis der abgetauten Fingerkuppen doch gerne!


Inzwischen ist es richtig hell geworden, aber vom eigentlichen See sehen wir: absolut gar nichts. Eine weiße Wand. Aber egal, wir lassen uns die Laune nicht verderben und beschließen, trotzdem die Ostseite des Kraters abzufahren. Erst recht, weil dort die zwei Wanderwege liegen, die uns brennend interessieren. Jule trifft in diesem Moment den Nagel auf den Kopf (und sie hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, wie recht sie damit behalten wird): „Ach“, meint sie trocken, „Petrus wird sich schon was dabei gedacht haben!“


Also ab zur Ostseite. Spoiler-Alarm: Wir fahren mitten durch die Wolken. Jeder einzelne Aussichtspunkt empfängt uns mit dem exakt gleichen Bild – null Sicht auf den Crater Lake. Es ist wie verhext. Doch dann erreichen wir den allerletzten Punkt. Und plötzlich, wie durch ein Wunder, reißt der Vorhang für einen winzigen, magischen Moment auf. Wir erhaschen einen traumhaften, fast unwirklichen Blick auf Phantom Ship, diese bizarre Felsinsel, die wie ein altes Piratenschiff aus dem Wasser ragt. Nach exakt drei Minuten zieht der Nebel wieder zu, und das Geisterschiff ist spurlos verschwunden. Irgendwie hätte es zu diesem mystischen Ort nicht passender sein können.


Wir tuckern weiter bis zur Südseite (die geschlossen ist) und biegen nach links zu unseren zwei Trails ab.


Der erste Weg ist ein absoluter Spaziergang: gerade mal 1,5 Kilometer lang, aber der Ausblick hat es in sich. Wir erreichen den Pinnacles Viewpoint. Der Blick hinab in den Wheeler Creek Canyon ist absolut irre. Hier ragen dutzende, messerscharfe, graue Steintürme wie versteinerte Finger aus den Canyonwänden empor. Diese "Pinnacles" sind die Überbleibsel eines gewaltigen Vulkanausbruchs vor über 7.000 Jahren. Damals füllten glühend heiße Gas- und Ascheströme das Tal. Durch Risse entwich kochender Dampf und backte das Vulkangestein zu steinharten Schornsteinen zusammen. Die Erosion wusch das weiche Material drumherum weg, und übrig blieb diese bizarre Kulisse, die aussieht wie ein Set aus einem Science-Fiction-Film!


Nach gefühlten Stunden des Staunens geht es weiter zum nächsten Highlight: dem Plaikni Falls Trail.


Vollgepackt mit akuter Lust auf irgendwas Sichtbares (Nebel hatten wir ja nun genug!), wandern wir den herrlich einfachen, 1,6 Kilometer langen Weg entlang. Das Geniale: Kein normaler Mensch kam auf die Idee, diesen Trail um diese Uhrzeit zu laufen. Wir sind mutterseelenallein im tiefen Nadelwald. Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen, mal wieder einen Bären zu sehen – aber bitteschön nicht ganz so nah wie am Anfang unserer Reise. Ein bisschen Sicherheitsabstand darf es diesmal gerne sein! (Wir haben keine gesehen)


Die letzten 300 Meter des Weges führen uns entspannt nach oben, und dann stehen wir vor ihm: dem Plaikni Wasserfall. Ein wunderschöner, breiter Wasserfall, der sich sanft über eine uralte Felskante aus Vulkanasche ergießt. Das absolut Verrückte hier ist das Moos:


Weil die Gischt die Luft ständig feucht hält, sind die Felsen rundherum komplett mit einem dicken, leuchtend neongrünen Moosteppich zugewachsen. Es wirkt fast künstlich, so intensiv leuchtet das Grün!


Als wir die 1,6 Kilometer zurück zum Camper schlendern, kommen uns plötzlich Massen von Menschen entgegen. Was für ein Timing – da haben wir wirklich unverschämtes Glück gehabt.


Zurück am Parkplatz beschließen wir, noch mal kurz zu den Aussichtspunkten am Krater zu fahren. Das Ergebnis: Die Sicht ist noch katastrophaler als heute Morgen. Da wir den See gestern schon in seiner vollen Pracht bewundern durften, fackeln wir nicht lange. Wir warten nicht auf den Wettergott, sondern starten den Motor und fahren weiter. Tschüss, Crater Lake!


Wir verlassen den Nationalpark und biegen auf eine Route ab, die der absolute Jackpot für jeden Naturfan ist: Innerhalb von gerade mal 16 Kilometern warten hier ganze vier Wasserfälle auf uns! Wenn das mal nicht wie für uns gemacht ist!


1. Clearwater Falls: Ein ganz kurzer Weg führt uns zu einer kleinen Aussichtsplattform. Und dieser Wasserfall ist der Knaller! Er ist viel breiter und schöner, als wir es uns erträumt hätten. Das Wasser entspringt hier scheinbar direkt aus dem Nichts – es drückt unter den Wurzeln der Bäume und moosbedeckten Steinen direkt aus dem Waldboden hervor und gurgelt munter nach unten. Ein perfekter Start für unsere 10-Meilen-Wasserfall-Rallye!



2. Whitehorse Falls: Nur ein paar Minuten später folgt der nächste Streich. Auch dieser Wasserfall ist nach einem kurzen Spaziergang im Handumdrehen gefunden. Und er weiß absolut zu gefallen! Der Fluss stürzt hier etwa 4 bis 5 Meter tief über eine markante Felskante direkt in ein wunderschönes, tiefes, türkisfarbenes Becken. Eingerahmt von riesigen Douglasien fühlt man sich wie in einer geheimen, verwunschenen Waldkapelle. Und das Beste: Wir haben auch diesen Ort komplett für uns allein. Wir sind im absoluten Roadtrip-Himmel!



3. Watson Falls: Jetzt wird es sportlich. Hier dürfen wir wieder richtig wandern, und zwar 800 Meter lang – allerdings gefühlt senkrecht nach oben!


Der Weg durch den dichten Wald ist wunderschön, aber weil es so verdammt steil ist, brennen uns schon bald die Waden.


Nach ein bisschen Klettern und artistischem Hüpfen über dicke Steine haben wir es geschafft. Wir stehen vor einem absoluten Riesen! Mit stolzen 89 Metern Fallhöhe ist er einer der höchsten Wasserfälle in ganz Oregon. Er stürzt von einer mächtigen, dunklen Basaltklippe herab. Weil er so gigantisch hoch ist, kommt unten gar kein geschlossener Strahl an – das Wasser zerstäubt auf dem Weg in die Tiefe komplett zu einem majestätischen Sprühnebel, der wie ein weißer Schleier im Wind tanzt. Wir könnten stundenlang einfach nur dastehen und zugucken.



4. Toketee Falls: Aber wir haben ja noch eine Mission: Nummer vier! Schon die Fahrt zum Parkplatz treibt uns Fragezeichen in die Augen.


Direkt neben der Straße verläuft ein absolut gigantisches Rohr, aus dem an allen Ecken und Enden Wasser herauspritzt. Was soll das? Des Rätsels Lösung: Das ist die historische Toketee-Pipeline aus dem Jahr 1949! Diese riesige Röhre besteht tatsächlich aus dicken Holzplanken (Redwood-Stäben), die von eisernen Ringen zusammengehalten werden, und leitet Flusswasser zur Stromerzeugung um. Weil das Holz arbeitet, spritzt es aus kleinen Ritzen – und zaubert im Sonnenlicht an zwei Stellen sogar kleine Regenbögen auf den Parkplatz! Genial!



Nach diesem Wasserfall-Marathon rollen wir die Straße weiter entlang bis in die Stadt Roseburg.


Unser erstes Ziel: Fred Meyer! Für alle, die es nicht kennen: Das ist ein riesiger Supermarkt, ähnlich wie Walmart, den man aber nur im Norden der USA findet. Dort hatten wir uns 2023 in Alaska eine Membership-Karte geholt und hofften jetzt natürlich auf fette Rabatte.


Die Realität holt uns allerdings schmerzhaft ein: Die normalen Lebensmittelpreise sind hier um einiges höher als bei Walmart oder anderen Ketten. Ein kurzer Schock macht sich breit. Aber dann werfen wir einen Blick in die Getränkeabteilung. Und siehe da: Bei Getränke können wir mit unserer Karte ordentlich sparen! Wir haben zwar eigentlich noch genug Vorräte im Camper, aber bei diesen Schnäppchenpreisen schaltet das Roadtrip-Gehirn sofort auf Vorratsmodus.


Wir schlagen gnadenlos zu und sparen am Ende sage und schreibe 53 US-Dollar! Damit dürften wir jetzt bis zum bitteren Ende des Urlaubs absolut flüssig versorgt sein.


Nach dem Einkaufen stehen wir vor der Qual der Wahl: Fahren wir sofort stur Richtung Norden nach Portland, oder biegen wir ab zum Highway 1, um noch mal den rauen, wunderschönen Pazifik zu genießen? Eigentlich war die Antwort schon klar, bevor die Frage überhaupt ausgesprochen wurde: Natürlich wollen wir noch mal zum Ozean!


Aber halt – vor der einstündigen Fahrt brauchen wir Nervennahrung. Einmal im USA-Urlaub ist es absolute Pflicht, und heute ist der Tag der Tage: Wir steuern die für uns beste Fastfoodkette der Welt an – Taco Bell! Und mein Gott, war das wieder fantastisch. Ich kenne einfach keine andere Fastfoodkette, die mich von der Qualität, dem genialen Geschmack und vor allem von der schieren Größe der Portionen so dermaßen begeistern kann. Glücklich und vollgefuttert bis obenhin kann die Fahrt losgehen.

Aus der geplanten einen Stunde Fahrt bis nach Dune City werden am Ende fast drei Stunden. Warum? Weil diese Strecke der absolute Wahnsinn ist! Alle paar Meter muss man einfach anhalten, aussteigen und die Natur aufsaugen. Am berühmten Dean Creek Elk Viewpoint haben wir sogar riesiges Glück: Eine ganze Horde von prachtvollen Elks (Wapiti-Hirschen) steht friedlich auf den Wiesen und lässt sich von uns bewundern.


Während der Fahrt müssen wir lachen. Es fühlt sich heute original so an, als würden wir eine Europa-Rundreise im Schnelldurchlauf machen: Erst fahren wir durch Finnland (das Land der 1000 Seen), dann durch Norwegen (das Land der 1000 Wasserfälle) und schließlich durch Schweden (das Land der Elche). Ein absolut wahrgewordener Reisetraum!


So sah unsere Strecke ganze Zeit aus:


In Florence angekommen, steuern wir unseren eigentlich geplanten Schlafplatz an. Wir parken, schauen uns um, aber… irgendwas fehlt. Es ist noch verdammt lange hell da draußen. Der Entdeckergeist kitzelt uns wieder. Vielleicht finden wir ja noch einen noch besseren, noch abgefahreneren Platz für die Nacht?

Also ohne großes Zögern: Gang rein, Blinker rechts und die Straße einfach weitergefahren.


Und dann taucht sie plötzlich vor uns auf: Eine riesige, gigantische Sanddüne! Die Oregon Dunes liegen vor uns wie eine eigene Wüste direkt am Meer. Hier können wir unmöglich einfach vorbeifahren. Also schmeißen wir den Camper auf den Parkplatz, reißen die Türen auf und rennen los. Oben angekommen benehmen wir uns wie die kleinen Kinder, schmeißen uns in den Sand und spielen im warmen Wind herum.


Dass uns die Natur genau in diesem Moment auch noch den perfekten Beginn eines absolut kitschigen, feuerroten Sonnenuntergangs schenkt, während wir oben auf den riesigen Sandhügeln stehen – das hatte uns vorher natürlich keiner verraten. Was für ein unbeschreiblicher Anblick! Also rutschen wir lachend die steilen Dünenhänge nach unten, werfen die Motoren an und lassen unsere Drohne „Flyspy“ in den Abendhimmel steigen, um diesen magischen Moment aus der Luft einzufangen. Was für ein absolut genialer, verrückter und perfekter Tag!


Exakt 12 Minuten später rollen wir auf den Parkplatz unseres eventuellen, neuen Schlafplatzes. Wir stellen den Motor ab, schauen durch die Scheibe, und es dauert keine einzige Millisekunde, bis uns beiden absolut glasklar wird: Wir bewegen uns hier heute keinen Zentimeter mehr weg. Endstation! Das ist er!


Vor uns explodiert der Himmel in den tollsten Farben, die man sich überhaupt nur vorstellen kann. Wir werden Zeugen eines absolut traumhaften Sonnenuntergangs – ohne Übertreibung der absolut beste, fetteste und schönste in diesem gesamten Urlaub. Aber als wäre das nicht schon genug, um uns Pipi in die Augen zu treiben, setzt die Natur noch einen drauf. Wir haben von unserem Logenplatz im Camper aus gleichzeitig den perfekten Blick auf den endlosen Ozean, einen wunderschönen, historischen Leuchtturm, den wilden Sandstrand und die rauen, dunklen Klippen, an denen sich die Wellen brechen.


Gibt es auf diesem verdammten Planeten bitteschön einen besseren Ort zum Schlafen? Nein. Einfach nein. Und das Beste an der Nummer: Wir werden die ganze Nacht das beruhigende, mächtige Meeresrauschen im Ohr haben, während wir in den Federn liegen. Was für ein absoluter Traum. Was für ein perfekter, magischer Ort!


Wir fackeln natürlich nicht lange. Die Autotüren fliegen auf, wir greifen zielsicher in den Kühlschrank und holen uns zwei eiskalte Kaltgetränke (natürlich original finanziert durch unser glorreiches 53-Dollar-Fred-Meyer-Getränke-Sparguthaben). Wir stehen da, prosten uns zu und stoßen auf diesen absolut genialen Tag und diesen wunderbaren Flecken Erde an.


Und während wir da so stehen und das Bierchen zischen, müssen wir lachen. Denn uns wird bewusst: Diesen unfassbaren Ort hätten wir im Leben nie erreicht, wäre am Crater Lake heute Morgen nicht so ein brutales Mistwetter gewesen! Hätten wir dort freie Sicht gehabt, wären wir stundenlang am Kraterrand herumgewandert und schlussendlich ganz woanders gelandet. Jule hatte am Morgen einfach sowas von recht: Petrus hatte einen Plan! Irgendwie hat im Leben eben doch alles seinen tieferen Sinn. Heute schrie einfach jede einzelne Sekunde, von der Nebelsuppe am Morgen bis zum pazifischen Traumstrand am Abend, nach der ganz großen, puren Freiheit. Und genau die haben wir bekommen. Prost!



Wir sind gespannt was uns morgen erwartet.

Gefahrene Kilometer: 437

Davon Jule: 114




 
 
 

Kommentare


bottom of page