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Tag 19 - Glacier Nationalpark

vor 2 Tagen
10 Min. Lesezeit

Dienstag, der 22. September 2026

Ich werde durch feste Drücke in meinem Rücken wach.


Erst denke ich: Was ist denn jetzt los?


Ich drehe mich um und sehe Jule. Sie kann nicht mehr schlafen.

Sie hat schlecht geträumt.

Na toll. Ich dachte schon, ich wäre in Thailand und bekomme gerade eine kostenlose Rückenmassage. Aber nein. Stattdessen gibt es die morgendliche Traumataufarbeitung.


Anscheinend hat sie das Erlebnis von gestern doch etwas mehr mitgenommen, als sie zugeben wollte. In ihrem Traum bin ich nämlich mit unserem Camper einfach in einen Wassergraben gefahren. Und natürlich mussten wir dafür eine Strafe bezahlen.

5.364,25 €.


Ja, richtig gelesen.

Selbst im Traum denkt sich Jule Centbeträge aus.

Keine Ahnung, warum man in einem Albtraum unbedingt auf die zweite Nachkommastelle achten muss. Aber wenn schon Untergang, dann wenigstens buchhalterisch korrekt.

Da wir nun sowieso wach sind und die Uhr bereits 7:20 Uhr zeigt, können wir auch gleich aufstehen und losfahren.

Unser Plan für heute: Frühstück an einem besonders schönen Ort und anschließend den Glacier National Park weiter erkunden.


Der Park hat mit dem berühmten Logan Pass und der Going-to-the-Sun Road zwei absolute Highlights. M


it unserem 25-Fuß-RV dürfen wir dort allerdings nicht fahren. Das wussten wir dieses Mal vorher. Man lernt ja dazu.


Dafür sollen die äußeren Strecken und die Wege, die wir mit unserem kleinen fahrenden Wohnzimmer befahren dürfen, ebenfalls traumhaft sein.

Also los.

Die ersten 40 Meilen sind dann allerdings… na ja. Schön.

Aber nicht spektakulär.


Nicht hässlich, wohlgemerkt. Aber wir haben mittlerweile einen gewissen Anspruch. Wenn man ständig zwischen gigantischen Bergen, türkisfarbenen Seen und wilden Tieren herumfährt, wird man offenbar ziemlich schnell verwöhnt.


Dann kommt auch noch die Nachricht, dass der Eingang zu Two Medicine bereits seit zwei Tagen wegen einer eingestürzten Straße gesperrt ist.


Na super. Dann eben weiter Richtung St. Mary.

Und tatsächlich finden wir kurz vor St. Mary endlich unseren Frühstücksplatz.

Berge.

Ein See.

Ein bisschen Schnee auf den Gipfeln.

Sonnenschein.

Und zwei Menschen, die sofort wissen, was jetzt passieren muss:

Spiegeleiersandwiches mit Bohnen.


Es gibt Dinge, die gehören auf einer Reise einfach zum festen Inventar.



Wir fahren anschließend zum St. Mary Visitor Center. Dort erfahren wir, dass wir mit unserem Camper nur sechs Meilen weiterfahren dürfen.

Also fahren wir diese sechs Meilen.

Und sehen fast nichts.

Die sechs Meilen sind vermutlich die langweiligsten sechs Meilen des gesamten Tages.

Aber wir haben ja noch einen Joker. Den Abschnitt Many Glacier.

Dorthin dürfen wir mit unserem RV tatsächlich die komplette Strecke fahren.

Und ab diesem Moment ändert sich alles.


Die Landschaft wird mit jedem Kilometer schöner. Die Farben werden intensiver, das Grün/Gelb saftiger und die Berge immer beeindruckender. Das Sonnenlicht lässt alles regelrecht golden schimmern.


Wir bleiben gefühlt alle drei Minuten stehen.


Natürlich lassen wir auch Flyspy mehrmals in die Luft. Die Straße gehört offiziell nicht zum Nationalpark, also können wir hier entspannt unsere kleine fliegende Kamera loslassen.



Dann biegen wir Richtung Many Glacier ab.

Nach ungefähr zwei Meilen wird aus der normalen Straße plötzlich eine Schotterpiste, mit vielen Schlaglöschern.


Jule schaut mich vorsichtig an.

„Wollen wir vielleicht umdrehen?“

Natürlich nicht., Wir sind schließlich schon hier.


Außerdem ist Umdrehen inzwischen grundsätzlich keine Option mehr, sobald wir eine schlechte Straße bereits betreten haben. Das ist vermutlich ein psychologisches Problem.


Zum Glück drehen wir nicht um.

Denn was jetzt kommt, ist einfach unglaublich.

Rechts von uns türmen sich Berge in den unterschiedlichsten Farben auf. Graue Felsen, grüne Hänge, goldene Bäume und darüber immer wieder Schnee. Links beginnt der Indian Summer.

Rot, Orange, Gelb und Grün – alles gleichzeitig.

Und vor uns wird der Many Glacier immer deutlicher.


Wir fahren weiter und plötzlich sehen wir drei Fahrzeuge am Straßenrand.


Menschen steigen hektisch aus.

Kameras werden herausgeholt.

Objektive werden gewechselt.

Stative werden aufgebaut.


Da gibt es eigentlich nur eine Erklärung: Ein Bär.

Aber ein einzelner Bär wäre ja fast schon langweilig.


Es sind wieder drei Bärchen!


Damit sehen wir nach zwei Wochen die Bären Nummer 5, 6 und 7.


Wir beobachten die drei eine Weile und fahren dann glücklich weiter.



Allerdings nicht besonders lange. Denn plötzlich taucht vor uns ein Wasserfall auf.

Einfach so. Der stand nicht auf unserer Karte.

Auch Google hatte offenbar keine Lust, uns davon zu erzählen.


Vom Parkplatz aus sieht man bereits einen wunderschönen Wasserfall, aber wenn man ein kleines Stück hinunterläuft, zeigt er sich erst richtig in seiner ganzen Pracht. Das Wasser stürzt über die Felsen nach unten, umgeben von Bergen und Herbstfarben.

Wir sind begeistert.



Danach folgt das letzte Stück der Strecke.

Wir parken und laufen am Lake Swiftcurrent entlang. Das Wasser liegt ruhig vor uns und spiegelt die umliegenden Berge.

Ein Stück weiter entdecken wir, woher der Wasserfall von eben eigentlich kommt.



Dann schreit Jule plötzlich:

„Da ist was Dickes Braunes!“

Und Jule hat recht.


Also sprinten wir zurück zum Camper.

Wir fahren wieder auf die Hauptstraße und bleiben dort stehen.

Mittlerweile ist aus der Straße ein Parkplatz geworden.

Niemand will mehr fahren.

Alle wollen nur noch aussteigen und schauen.

Der Grund dafür steht irgendwo weiter vorne.

Und diesmal ist es kein Schwarzbär.

Es ist ein Grizzly.


Na, wie genial ist das denn?


Wir können ihn richtig lange beobachten. Er ist gut zu sehen, gleichzeitig aber weit genug entfernt, dass wir draußen stehen können, ohne unsere letzten Lebensentscheidungen zu hinterfragen.

Die Strecke hat sich damit endgültig gelohnt.

Vier Bären.

Ein Gletscher.

Ein Wasserfall.

Gigantische Berge.

Herbstfarben.

Und strahlender Sonnenschein.

Was will man mehr?


Jule schwelgt noch völlig in ihren Gedanken über das gerade Erlebte und merkt gar nicht, dass wir inzwischen wieder weiter Richtung Norden fahren.

Die Landschaft ist weiterhin so schön, dass wir Flyspy noch einmal in die Luft schicken.

Von oben sieht die Welt tatsächlich noch einmal komplett anders aus. Die Straße wirkt winzig, der Camper wie ein Spielzeug und die Berge plötzlich noch gewaltiger.



Jule träumt weiter vor sich hin.

Bis ich irgendwann anhalte. Sie schaut mich verwirrt an.

Auf der Karte war schließlich kein Parkeingang mehr eingezeichnet.

Als wir bereits direkt am Häuschen stehen, macht es bei ihr plötzlich klick.

Wir sind kurz davor, das Land zu wechseln.

Kanada.

Hallo Alberta!


Über drei Jahre haben wir uns nicht gesehen.

Und endlich gibt es wieder das metrische System.

Kilometer.

Liter.

Grad Celsius.

Eine wunderschöne Welt.


Allerdings gibt es da noch die Sache mit der Geschwindigkeit.

Jule schaut auf das Schild.

„Hier sind nur 60 erlaubt.“

Ich fahre natürlich 60.

60 Meilen.

Also ungefähr 100 km/h. Upsi.

Nach fünf Minuten bezahlen wir den Eintritt für den Waterton Lakes National Park.

Für umgerechnet etwa 15 Euro dürfen wir passieren.

Und was sehen wir nach ungefähr zwei Minuten?

Natürlich einen Bären.


Vor drei Jahren habe ich tatsächlich noch behauptet, dass es in Alberta keine Bären gibt.

Diese Aussage muss ich hiermit offiziell widerrufen.

Bär Nummer 9 steht also vor uns.


Leider hat er offenbar beschlossen, nicht fotografier(bär) zu sein.

Er versteckt sich hinter Ästen und jedes Mal, wenn er seinen Kopf hebt, ist garantiert genau ein Ast davor.

Lieber Bär:

So kommst du aber nicht mit nach Hause.


Wir fahren weiter und sind sofort begeistert.

Der Waterton Lakes National Park ist eine dieser Landschaften, bei denen man ständig das Gefühl hat, jemand hätte die Sättigung in Photoshop auf 200 Prozent gestellt.


Die Berge ragen steil aus der Landschaft empor, der Waterton Lake zieht sich tiefblau durch das Tal und dazwischen liegen Wälder, Wiesen und immer wieder gewaltige Felsformationen

.

Und das Beste: Es wirkt alles gleichzeitig wild und unglaublich friedlich.

Wir fahren immer weiter bis zum Ende des ersten Abschnitts und machen Halt an den Cameron Falls.


Und wow.


Was für ein Wasserfall!


Das Wasser schießt über die hellen Felsen nach unten und bildet mehrere kleine Kaskaden. Durch die besondere Färbung des Gesteins und das klare Wasser wirkt der ganze Wasserfall fast wie eine kleine Naturkulisse aus einem Fantasyfilm.



Aber natürlich ist auch das noch nicht alles.

Nach einem Spaziergang durch das Village entdecken wir etwas, auf das wir schon lange gewartet haben.

Die berühmten Red Chairs.

Diese roten Stühle stehen an besonders schönen Aussichtspunkten in kanadischen Nationalparks.

Und natürlich können wir uns dort nicht einfach hinsetzen.

Nein.

Wir müssen Blödsinn machen.


Und wahrscheinlich noch ein paar Fotos, bei denen wir uns später fragen werden, warum eigentlich niemand eingegriffen hat.


Danach geht es noch ins Visitor Center.

Und selbstverständlich bekommt Jule auch hier wieder einen Stempel.

Ich glaube, sie sammelt die inzwischen mit einer Leidenschaft, die bei Briefmarkensammlern wahrscheinlich anerkennendes Nicken auslösen würde.


Unser nächstes Ziel: Der Cameron Lake.


Der See liegt wunderschön zwischen den Bergen. Das Wasser ist tiefblau und ruhig, die umliegenden Wälder leuchten in den Herbstfarben und über allem thronen die gewaltigen Felswände.

Man steht dort und weiß irgendwann gar nicht mehr, wohin man zuerst schauen soll.

Doch unser eigentliches Tages-Highlight wartet noch.

Red Rock Canyon.

Und als hätten wir es geahnt, wird genau dieser Ort – nach den Bären natürlich – noch einmal ein absolutes Highlight.

Wir gehen auf die Brücke.

Blick nach links. Ein kleiner Bach. Graue Steine. Schön.


Dann drehen wir den Kopf nach rechts.

Und plötzlich: Rot. Nicht ein bisschen rötlich. Nicht leicht orange.


Sondern richtig rot.


Der gleiche Bach fließt hier durch ein komplett andersfarbiges Gestein. Die roten Felsen leuchten teilweise so intensiv, dass man wirklich glaubt, jemand hätte Farbe über die Landschaft geschüttet.

Wir stehen einfach nur da.

Und uns fehlen die Worte.

Was für ein Abschluss!

Denken wir.


Denn natürlich ist ein Reisetag bei uns niemals wirklich vorbei, solange wir noch nicht wieder am Schlafplatz angekommen sind.

Auf dem Rückweg genießen wir noch einmal die Landschaft.

Und plötzlich stehen sie vor uns.

Bergziegen.

Jule wollte sie unbedingt sehen.

Natürlich stehen sie genau mitten in einer Kurve.

Ich kann deshalb nicht einfach anhalten.

Aber Jule schafft noch schnell ein Foto.

Wieder ein Tier auf der Liste.



Kurz vor dem Ausgang sind wir eigentlich schon dabei, uns von diesem unglaublichen Ort zu verabschieden.

Und dann…

kommt noch ein Bär.

Einfach so.

Als würde er uns persönlich verabschieden wollen.

„Tschüss ihr beiden. Kommt gut nach Hause.“


Bärchen Nummer 10
Bärchen Nummer 10

Was für ein Tag!

Was für ein Park!


Und ganz ehrlich: Ich behaupte einfach mal, dass die beiden Strecken, die wir wegen unseres RVs nicht fahren durften, wahrscheinlich ebenfalls wunderschön gewesen wären.

Aber vielleicht war genau das unser Glück.


Denn auf diesen berühmten Strecken hätten sich wahrscheinlich Menschenmassen gestaut. Hier dagegen konnten wir immer wieder anhalten, standen mitten in der Natur und hatten das Gefühl, wirklich unterwegs zu sein.

Und Petrus? Was soll ich sagen – langsam wird es wirklich peinlich, wie oft ich dir meinen Dank aussprechen muss.

Seit Tagen schauen wir auf den Wetterbericht und dort steht eigentlich immer dasselbe: 18 °C, bewölkt, vielleicht ein bisschen Sonne, vielleicht auch nicht. Also genau dieses Wetter, bei dem man morgens schon keine Lust hat, den Camper zu verlassen, weil man sich fragt, ob man nicht einfach den ganzen Tag unter einer Decke verbringen sollte.

Aber der Wetterbericht hat offenbar eine wichtige Information nicht bekommen:

Wir sind heute hier.

Und Petrus scheint uns zu mögen. ❤️

Denn plötzlich sind es keine 18 °C und Wolken mehr, sondern 25 °C und strahlender Sonnenschein. Blauer Himmel, angenehme Temperaturen und beste Bedingungen für einen weiteren Tag auf unserer Reise.

Petrus, ehrlich: Vielen Dank. Wir wissen das wirklich zu schätzen. 😂

Da wir nun in Alberta unterwegs sind, steht irgendwann natürlich auch das Tanken an. Und hier kommt direkt die nächste kleine Überraschung:

Unter 1 € pro Liter!

Genauer gesagt: 99 Cent.


Da kann man wirklich nicht meckern. In diesem Moment fühlt man sich fast so, als hätte man beim Tanken einen kleinen persönlichen Rabattcode bekommen.

Leider gibt es nur ein kleines Problem:

Unser Tank war noch gar nicht leer.


Wir hätten also theoretisch noch warten können. Aber wer weiß, wie lange dieser sensationelle Preis noch anhält? Und so wird eben getankt. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Später waren die Preise bei 1,06 €/Liter (Skandal)


Anschließend schauen wir noch in einem Lebensmittelgeschäft vorbei. Schließlich müssen wir unseren Vorrat wieder etwas auffüllen.

Und dort stellen wir dann fest:

Kanada ist teuer.


Zumindest im Vergleich zu dem, was wir aus den USA gewohnt sind. Bei einigen Preisen schauen wir uns gegenseitig an, als hätten wir gerade einen besonders schlechten Witz erzählt.

Nach kurzem Überlegen steht deshalb unser Einkaufsplan fest:

Wir kaufen einfach wieder in den USA ein.


Kanada bekommt also unser Geld für Berge, Seen und traumhafte Landschaften – beim Lebensmittel-Einkauf müssen wir leider passen.


Danache übernimmt Jule das Steuer und offenbar möchte sie direkt zeigen, dass sie sich hervorragend an die nordamerikanischen Verkehrsbedingungen angepasst hat.


Denn irgendwann verwechselt sie „aus Versehen“ mph und km/h.

Natürlich vollkommen unbeabsichtigt.

Klar.

Hätte ich genauso behauptet. 


Aber alles geht gut und wir kommen weiterhin sicher unserem nächsten Ziel entgegen.


Unser heutiger Schlafplatz soll am Emerald Lake liegen. Und falls ihr jetzt denkt: „Emerald Lake? Den gibt es doch bestimmt nur einmal.“

Nein.

Gefühlt gibt es den Namen Emerald Lake überall. Man könnte fast meinen, jemand hatte irgendwann die Liste der kreativen Namen für Seen verloren und dachte sich:

„Ach komm, Emerald Lake geht immer.“


Aber bevor wir dort ankommen, wartet noch ein kleines Highlight auf uns.

Auf dem Weg liegt nämlich der Lundbreck Falls.

Eigentlich wäre es nur ein kleiner Umweg. Also beschließen wir: Warum nicht?

Und wie sich herausstellt, war das eine verdammt gute Entscheidung.

Denn schon auf dem Weg dorthin wird die Landschaft immer schöner. Und dann stehen wir plötzlich vor dem Wasserfall.


Der Lundbreck Falls ist zwar kein gigantischer Wasserfall, bei dem man ehrfürchtig zehn Minuten den Mund offen stehen hat – aber genau das macht ihn irgendwie so schön.

Das Wasser stürzt über die Felskante in mehreren Stufen in die Tiefe und sammelt sich anschließend im darunterliegenden Fluss.


Rundherum befinden sich die für Alberta typischen Landschaften: Felsen, Wald, Berge und dieses unglaubliche Licht, das bei Sonnenschein alles noch ein bisschen schöner aussehen lässt.

Wir bleiben natürlich eine Weile stehen und genießen den Anblick.

Und wieder einmal denken wir:

Kanada kann einfach Landschaft.


Man fährt eigentlich nur einen kleinen Umweg und bekommt dafür direkt wieder eine Postkartenkulisse geliefert.

Da kann man schon mal kurz sprachlos werden.

Also zumindest für ungefähr 30 Sekunden.

Dann wird natürlich wieder fotografiert.



Nach diesem kleinen, aber sehr lohnenswerten Zwischenstopp geht es weiter.

Gegen 19 Uhr erreichen wir schließlich unseren Schlafplatz am Emerald Lake.

Und langsam merken wir auch, wie viel wir heute eigentlich erlebt haben.

Wir lassen Flyspy natürlich auch in Kanada noch ein bisschen seine Runden drehen. Schließlich muss auch unsere kleine fliegende Reisebegleitung etwas von diesem wunderschönen Land sehen.


Während Flyspy also seine kanadische Aussicht genießt, machen wir es uns gemütlich.

Der Grill wird angeschmissen, ein Kaltgetränk geöffnet und der Tag bekommt genau den perfekten Abschluss.


Wir sitzen zusammen, essen, trinken und lassen die ganzen Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren.


Und je länger wir darüber reden, desto klarer wird:

Der riesige Umweg hat sich gelohnt.


Eigentlich hätten wir Kanada und den Glacier Nationalpark auch einfach auslassen können. Wir hätten eine deutlich kürzere Route gehabt, wären schneller am nächsten Ziel gewesen und hätten uns einige Kilometer gespart.

Aber dann hätten wir eben genau diese Momente verpasst.

Die Berge.

Die Seen.

Die Wasserfälle.

Das Wetterglück.

Die kleinen spontanen Abstecher

.

Und dieses Gefühl, jeden Tag irgendwo anzukommen und zu denken:

„Wow. Das war jetzt wirklich richtig schön.“


Wir sind deshalb unglaublich froh, dass wir uns für diesen großen Umweg entschieden haben und tatsächlich noch nach Kanada gefahren sind.


Während wir gemütlich am Grill sitzen, kommt allerdings auch ein Gedanke auf, der uns ein bisschen wehmütig macht:

Unsere letzten richtigen Camper-Tage rücken näher.

Bald müssen wir uns von unserem kleinen Zuhause auf vier Rädern verabschieden.

Und wenn wir ehrlich sind?

Eine Woche könnten wir hier locker noch bleiben.


Strecke heute
Strecke heute

Gefahrene Kilometer:463

Davon Jule: 62





 
 
 

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