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Tag 4 - Sequoia Nationalpark

vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 13 Stunden

Montag, der 7. September 2026

Den Weg den wir gleich bewältigen müssen, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Wie schlimm wird es nun?


Ich bin 2:35 Uhr deswegen wach und kann nicht mehr schlafen.


Ich will los. Jetzt. Jule will... weiterschlafen. Nach zehn Minuten professionellem Nerven und gutem Zureden habe ich sie überredet. (Spoiler: Später wird sie mir auf Knien dafür danken!).


Nun heißt es 13 Meilen ganz enge Kurven mit unserem Dicken zu fahren, wofür er anscheinend nicht ausgelegt ist.

Die erste Meile verläuft entspannt. Doch dann verwandelt sich die Straße in ein Labyrinth aus Haarnadelkurven. Wenn uns jetzt Gegenverkehr erwischt, haben wir keine Chance. Zum Glück teilt sich um diese Uhrzeit niemand die Welt mit uns. Mit vollem Fernlicht beanspruche ich einfach beide Spuren für uns – und selbst dann wird es in zwei Kurven so eng, dass ich den Bauch einziehen muss, damit das Auto durchpasst.

50 Minuten pures Adrenalin später: Wir haben es geschafft! Der Dicke ist noch am Stück, die Nerven liegen blank, aber wir leben. Zur Belohnung gibt es das erste Siegerfoto mit zwei gigantischen Mammutbäumen.

Am Visitor Center angekommen, der nächste Triumph: freie Parkplatzwahl! Während die Sonne langsam aufgeht, brutzeln bei uns zur Feier des Tages erst mal fette Pancakes.




angekommen
angekommen
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zur Feier des Weges gibt es heute Pancakes

Warum Jule plötzlich froh ist, dass ich sie aus dem Bett geworfen habe? Weil wir beim Frühstück Besuch bekommen. Eine Bärenmama mit ihren zwei winzigen Sprösslingen schlendert seelenruhig an uns vorbei. Zehn Minuten pure Faszination! Kurz darauf spaziert noch ein Hirsch ins Bild. Zwei Stunden später hätten wir hier vermutlich nur noch die Stoßstangen anderer Touristen gesehen.





Auch wenn der Schlaf sehr wenig war, hat es sich jetzt schon so gelohnt.

Da der Shuttlebus erst in einer Stunde fährt, testen wir den Big Tree Trail. Kein Foto der Welt bereitet einen auf diese Giganten vor. Man legt den Kopf so weit in den Nacken, dass die Starre für den restlichen Tag vorprogrammiert ist. Die Bäume leuchten in einem genialen Braun – wunderschön!


Plötzlich, auf drei Vierteln des Weges, gefriert uns das Blut in den Adern. Drei Meter vor uns steht ein ausgewachsener Schwarzbär. Ohne schützendes Auto drumherum.

Wir schalten sofort in den "Schockstarre-Modus". Bevor unser Gehirn überhaupt die Frage „Wegrennen oder Totstellen?“ verarbeiten kann, hat der Bär uns schon für sterbenslangweilig befunden und trottet von dannen. Kein Foto, aber ein Puls von 180! Wer behauptet jetzt noch mal, früh aufstehen lohnt sich nicht?


Der Shuttlebus bringt uns zum Moro Rock. Ein "Wanderweg"? Von wegen. Es sind 350 schmale Stufen, die sich steil nach oben winden. Jule zittert wie Espenlaub, weil das Geländer gefühlt nur bis zum Knie geht und es links und rechts gefühlte zehntausend Meter in die Tiefe geht. Aber sie kämpft sich tapfer hoch. Die Aussicht? Atemberaubend!



na dann wollen wir mal
na dann wollen wir mal


Nächster Stopp: Der berühmte General Sherman Tree. Ein wunderschöner Weg, der allerdings schon völlig überlaufen ist. Heerscharen von Menschen stehen Schlange, um ein Selfie mit dem dicksten Baum der Welt zu machen (Geschmackssache, wir gucken lieber nur). Zurück am Parkplatz das Chaos: Alles dicht, der Parkplatz wird wegen Überfüllung gesperrt. Timing ist einfach alles!


Wir werden jetzt selber fahren und alle Viewpoints die auf dem Weg kommen angucken.


Die Strecke ist traumhaft schön und alle paar Minuten können wir stehen bleiben.



Wo ist der Tobi?
Wo ist der Tobi?

Wir wechseln den Nationalpark und fahren in den Kings Canyon. Es ist unser fünfter USA-Trip, aber dieses Land schafft es einfach immer wieder, uns komplett sprachlos zu machen. Die Landschaft ist Natur pur. Eigentlich wollten wir uns auf dem Campingplatz ausruhen, aber die Straße zieht uns magisch an. Wir fahren einfach weiter, bis sie aufhört. Unterwegs nehmen wir noch den Roaring River Fall und die Grizzly Falls mit – zwei wunderschöne Wasserfälle.




Müde, aber überglücklich steuern wir unseren Schlafplatz an: den "Convict Flat" Campground. Kostenlos, mitten in den Bergen, null Empfang – perfektes Digital Detox. Wir schmeißen den Grill an, stoßen auf diesen genialen Tag an und lassen unsere Flyspy ein bisschen die Gegend unsicher machen.


Das Wetter ist mal wieder perfekt (prost Petrus).




Das Finale: Nachts öffnet sich über uns ein Sternenhimmel, der sich gewaschen hat. Die Milchstraße funkelt in voller Pracht. Unsere Versuche, das mit dem Stativ perfekt einzufangen, sind zwar noch ausbaufähig – aber hey, wir haben ja noch ein paar Nächte zum Üben!



Morgen gucken wie uns dann die andere Seite vom Kings Canyon an.


Gefahrene Kilometer: 161






 
 
 

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